Schweizerischer Engadinerschaf Zuchtverein

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Mitteilungen „Schafe Schweiz“ – Januar 2022

Nachfolgende Mitteilung wurde uns von Schafe Schweiz zugestellt (der SEZ ist Mitglied und besetzt den Vorstand mit Kurt Hodel)

Geschätzte Mitglieder der Branchenorganisation Schafe Schweiz

Rund um den Jahreswechsel gilt es bereits wieder die Weichen zu stellen für die kommende Weidesaison. Die Ablehnung des Jagdgesetzes im Jahr 2020, welche die präventive Regulierung des Wolfsbestandes verlangte, führte bereits während der letzten Sömmerungsperiode zu einer inakzeptablen Steigerung der Situation mit Angriffen und Rissen auf Nutztiere.

Trotz aufwändigen Herdenschutzmassnahmen sprengt der Schaden am Nutztier längst den zumutbaren Rahmen. Gemäss den erhobenen Zahlen der Fachstelle für Raubtierökologie (KORA) verdoppelt sich der Wolfsbestand alle zwei bis drei Jahre. Die Ausbreitung erfolgt sehr dynamisch und stellt die Bergland- und Alpwirtschaft und besonders uns Schafhalterinnen und Schafhalter vor riesige Herausforderungen.

Es braucht daher schnellstmöglich eine Revision des Jagdgesetzes. Bis diese Revision in Kraft ist, braucht es für die Weidesaison 2022 dringend die Unterstützung der am stärksten betroffenen Weidetierhalter auf den Sömmerungsweiden. Zusammen mit dem Schweizer Bauernverband, dem Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband, dem Schweizerischen Schafzuchtverband, dem Schweizerischen Ziegenzuchtverband und dem Verein Schweiz zum Schutz vor Grossraubtieren setzt die Branchenorganisation Schafe Schweiz dafür ein, den betroffenen Tierhaltern in Sömmerungsgebieten Förderbeiträge für Notmassnahmen zum Schutz der Weidetiere während der Alpsaison 2022 zur Verfügung zu stellen. Damit soll die Verstärkung der Behirtung durch Fachpersonen, die Herdenzusammenlegungen, temporäre Unterkünfte und weitere Massnahmen finanziert werden. Die Notmassnahmen soll den Alpverantwortlichen und Weidetierhaltern nach einer verlustreichen Alpsaison 2021 Perspektiven für die Zukunft bieten. Bereits in der Wintersession soll das nationale Parlament über dieses Begehren abstimmen.

Mittlerweile hat das Anliegen bereits die erste parlamentarische Hürde in der UREK genommen und der Ball liegt bei der Finanzkommission des eidgenössischen Parlaments, welche die notwendigen Mittel sprechen bzw. über den Nachtragskredit beraten muss.

In einem ähnlichen Zusammenhang hat sich die Branchenorganisation Schafe Schweiz im Rahmen der Vernehmlassung zur kantonalen Berner Jagdverordnung geäussert und dabei die Bedenken der Schafhalterinnen und Schafhalter bei den zuständigen Stellen deponiert.

Im Rahmen der Vernehmlassung des Agrarpaketes 2021 hat sich der Vorstand der Branchenorganisation Schafe Schweiz für eine praxisfreundliche Berechnung der GVE von Schafen und Lämmern eingesetzt. Unsere Meinung durften in diversen Gremien, bei verschiedenen Verbänden und Vereinen diskutieren, um eine möglichst breit abgestützte Stellungnahme der Branchen einreichen zu können. In diesem Zusammenhang gilt es nun die schweizweite Harmonisierung der Stossberechnung bei der Schafsömmerung zu berücksichtigen und ebenso die beiden Referenzjahre 2022 und 2023 für die Berechnung der Lämmerstösse auf den Sömmerungsbetrieben. 

Vertreter unserer Organisation durften im Rahmen eines Workshops von Bio Suisse die Sicht der Praxis einbringen, wenn es um das coupieren der Schwänze von Lämmern geht. Es zeigte sich, dass ein komplettes Coupierverbot für Lämmer die nach Bio Suisse-Richtlinien aufwachsen nicht praxistauglich ist. Je nach Produktionsstandort und Haltungszweck dient das coupieren der Schwänze dem Wohl der Tiere, besonders wenn es sich um Zuchtremonten handelt. Die massgebende Kommission von Bio Suisse verfügt nun über die notwendigen Informationen und wird demnächst über die Anpassung der Richtlinien bzw. über die Lockerung des Coupierverbots befinden.

Der Vorstand der Branchenorganisation Schafe Schweiz möchte sich bei seinen Mitgliedern bedanken für das aktive Engagement zugunsten unserer Passion, der Schafhaltung! Über die aktiven Diskussionen im vergangenen Jahr haben wir uns gefreut – gleichzeitig hoffen wir, die gute Zusammenarbeit zugunsten unserer Anliegen auch im laufenden Jahr ähnlich erfolgreich gestalten zu dürfen. Fragen oder Anregungen nehmen Präsident Martin Keller (079 437 53 63) oder die Geschäftsstelle gerne entgegen.

Mit den besten Schäfergrüssen

Martina Schäfli

Geschäftsstelle 
Branchenorganisation Schafe Schweiz

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